Wie sicher sind die Fähren-Fundamente?

25. 5. 2009. Wie sicher sind die Fähren-Pfeiler und -Fundamente? Irritiert war die EU-Spitzenkandidatin der Grünen, Rebecca Harms, am Wochenende bei einem Besuch in Osten von der Aussage des Fährkrug-Hoteliers und Fährvereins-Vorsitzenden Horst Ahlf, die Schwebefähre samt Pfeilern und Fundamenten sei "absolut in Ordnung", die Reparaturen der letzten Jahre garantierten den Betrieb "für mindestens 20 Jahre", die Kritik an den Beschlüssen und Aussagen von Kreis und Land "aufgebauscht".

Warum der (verkaufswillige) Hotelier die Perspektiven für die Schwebefähre schönredet, während sein Stellvertreter Karl-Heinz Brinkmann und die Bürgermeister aller Samtgemeinden und Gemeinden der Region Alarm geschlagen haben, war für die den meisten der angereisten Gäste nicht durchschaubar.

Besonders verwirrend wirkte auf Gäste die Aussage Ahlfs, eine Sanierung der vier Fundamente sei überflüssig, Geld für die noch ausstehenden Schönheitsreparaturen an einem der Pfeiler sei beim Verein hinreichend vorhanden. Dabei hatte ein Fachbericht für den Hochbauausschuss des Kreistages bereits im Mai vorigen Jahres die Kosten für eine binnen zehn Jahren auszuführende Kernsanierung der vier Fundamente auf insgesamt 350.000 bis 400.000 Euro beziffert.

Wörtlich heißt es in dem "Sachstandsbericht "Schwebefähre Osten-Hemmoor - Fundamentsanierung" des Landkreis-Amtes Wasser- und Abfallwirtschaft für den Ausschuss für Hochbau, Straßen und Verkehr vom 21. Mai 2008: "Die Stahlkonstruktion der Schwebefähre Osten-Hemmoor wurde in den vergangenen Jahren mit einem erheblichen Aufwand saniert und instandgesetzt. Seitdem ist die Schwebefähre für die Nutzung wieder freigegeben und wird ihrer Funktion als bedeutendes technisches Baudenkmal und als Touristenmagnet wieder voll gerecht.

Die Sanierung eines der Betonfundamente ist bisher nicht erfolgt und ist noch nachzuholen. Vor der Erteilung eines entsprechenden Auftrages wurde das Ingenieurbüro Dr. Ropers & Partner aus Bremen, das in den vergangenen Jahren die regelmäßigen Prüfung der Kreisstraßenbrücken durchgeführt hat, aufgefordert, den genauen Umfang der erforderlichen Arbeiten zu ermitteln und eine Kostenschätzung abzugeben.

Die Prüfung des Betonfundamentes ergab, dass umfangreiche Maßnahmen erforderlich sind, um das Fundament in einen haltbaren Zustand zu versetzen und die Standsicherheit langfristig zu gewährleisten. Hierzu ist es erforderlich, den Fundamentkern mit einer Silikonmikroemulsion zu verpressen und die Außenschale zu erneuern. Insbesondere dem Verpressen kommt eine besondere Bedeutung zu, da die Betonfundamente nicht nur dem Anfahrschutz dienen, sondern gemeinsam mit dem Stahlkern auch statische Funktionen erfüllen.

Da nach Feststellung des Ingenieurbüros bisher an keinem der Fundamente eine Verpressung des Kerns stattgefundenen hat, ist diese Maßnahme aus Standsicherheitsgründen letztlich an allen Betonfundamenten vorzunehmen.

Die erforderlichen Sanierungsarbeiten sind mit einem erheblichen Kostenaufwand verbunden. Pro Fundament liegt dieser nach der Schätzungen des beauftragten Büros ca. zwischen 88.000 € und 97.000 €. Da diese Mittel vom Landkreis allein nicht aufzubringen sind, wird derzeit versucht, Förderzusagen von verschiedenen Stellen zu erhalten."

Die Aussage Ahlfs, die letzte Sanierung sichere die Fähre für "mindestens 20 Jahre", also etwa bis zum Jahr 2030, läßt im Übrigen die Notwendigkeit außer Acht, den Stahlbau im Schnitt etwa alle sieben Jahre zu entrosten und neu zu streichen; dazu muss die Fähre aufgrund von Umwelt- und Arbeitsschutzbestimmungen jeweils mit Gerüst und Planen umbaut werden (siehe auch Bericht über die Sanierungsarbeiten am Eiffelturm).

oste.de